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Glasfaser für IP-Videoüberwachung — wann sie sinnvoll ist

Lange Strecken, große Tiefgaragen, mehrere Gebäudeteile: warum Glasfaser bei IP-Kamera-Anlagen oft die richtige Wahl ist und worauf bei der Auslegung zu achten ist.

· Videoüberwachung · LWL · IP-Technik

Die kurze Antwort

Sobald Ihre IP-Kameras weiter als 100 m vom Switch entfernt sind oder mehrere Gebäudeteile abgedeckt werden müssen, ist Glasfaser meist die richtige Lösung. Kupfer (Cat-6A) reicht bis ~90-100 m und braucht für jede Kamera eigene PoE-Versorgung. Glasfaser geht problemlos mehrere Kilometer, ist elektromagnetisch ungestört und skaliert für hochauflösende Kameras.

Typische Anwendungsfälle

Tiefgaragen und Parkhäuser

  • Lange Strecken zwischen Aufzeichnungsgerät und Kamera (oft >100 m)
  • Mehrere Etagen oder Sektionen
  • Elektromagnetisch belastete Umgebung (Aufzüge, Lüftung)

Lösung: Glasfaser-Backbone von der Zentrale in die Sektion-Verteiler, von dort mit PoE-Switch und Cat-6A an die Kameras.

Logistikhallen

  • Große Flächen mit vielen Kameras
  • Decken-Aufhängungen über lange Distanzen
  • Verbindung zwischen Hallenabschnitten oder zu Bürotrakt

Lösung: Glasfaser zwischen Verteilerschränken in den Hallenabschnitten, Cat-6A-Verteilung zur einzelnen Kamera.

Campus-Strukturen

  • Mehrere Gebäude auf einem Grundstück
  • Außenstrecken zwischen den Gebäuden
  • Zentrale Aufzeichnung an einer Stelle

Lösung: Glasfaser-Hauptstrecken zwischen den Gebäuden (oft als OS2-Singlemode), pro Gebäude eigener Verteiler.

Veranstaltungs- und Konzerthallen

  • Bühnentechnik, Saal-Kameras, Backstage-Kontrolle
  • Hohe Bandbreiten für 4K-Übertragung
  • Gleichzeitige Datentrennung zwischen Veranstaltungstechnik und Sicherheitsanlage

Lösung: dedizierte Glasfaserstrecken mit VLAN-Trennung.

Wie Sie die richtige Faser-Sorte wählen

  • OS2 (Singlemode) für Strecken über 500 m, Außenbereiche, Backbone
  • OM4 (Multimode) für Inhouse-Strecken unter 500 m, kostengünstiger bei vergleichbarer Performance
  • OM5 (Wideband Multimode) wenn zukünftige Bandbreiten-Erweiterungen geplant sind (selten zwingend bei reiner Videoüberwachung)

Was bei der Auslegung zu beachten ist

Power-Budget für die Kameras

Glasfaser liefert keinen Strom — die Kameras brauchen Strom entweder lokal (Steckdose, ist im Außenbereich oft das Problem) oder über PoE am letzten Switch vor der Kamera. Das heißt: pro Glasfaser-Strecken-Ende brauchen Sie einen PoE-Switch mit ausreichendem Power-Budget.

Aufzeichnungs-Bandbreite

4K-Kameras erzeugen je nach Codec 2-25 Mbit/s pro Stream. Bei 32 Kameras sind das schnell 500+ Mbit/s — Cat-6A reicht das gerade, aber eine Glasfaser-Anbindung des Verteilers ans Aufzeichnungsgerät gibt Reserven.

Trennung von anderen Netzen

Videoüberwachung sollte in einer eigenen Netzwerk-Zone (eigenes VLAN oder gar eigenes physisches Netz) liegen. Niemand außer der Sicherheitstechnik hat hier etwas zu suchen — Kamera-Streams und Aufzeichnungs-Daten sind sensibel.

Was wir bauen — was Sie woanders bekommen

WerWas
Data2FiberGlasfaser-Verlegung, Spleißarbeiten, Patchfelder, PoE-Switches, Cat-6A-Verkabelung zur Kamera, Messung, Dokumentation
Sicherheits-Anbieter (z.B. Secure-EX)Kameras, NVR/Recorder, Bildverarbeitung, Aufzeichnungs-Software, Wartung

FAQ

Können wir vorhandene Kupferverkabelung weiter verwenden? Bis 90-100 m ja — auch für 4K-Kameras. Darüber wird’s eng. Wenn die alte Verkabelung Cat-5 ist, empfehlen wir bei Modernisierung den Wechsel auf Cat-6A, weil Cat-5 schon bei modernen 4K-Kameras stoßen kann.

Wieviel Aufwand ist eine Tiefgaragen-Verkabelung typisch? Pro Tiefgaragen-Etage rechnen wir ~1-2 Tage für die Verkabelung, plus Spleißarbeiten und Messung. Eine vierstöckige Tiefgarage mit ~24 Kameras ist in einer Woche realisierbar.

Müssen die Kameras von Anfang an mitinstalliert werden? Nein. Wir können die Verkabelung bis zur Kamera-Position vorbereiten — mit Patchdose oder Kabel-Reserve. Die Kamera-Montage selbst läuft dann mit dem Sicherheits-Anbieter zusammen.

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