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Netzwerkverkabelung in Anwalts- und Steuerkanzleien

Mandantendaten, Berufsgeheimnis, beA, DATEV — warum Kanzleinetze technisch nicht trivial sind und worauf bei der Verkabelung zu achten ist.

· Kanzlei · Sicherheit · Verkabelung

Die kurze Antwort

Kanzleien arbeiten unter dem Berufsgeheimnis. Das macht aus jeder Netzwerkverkabelung mehr als einen Standard-Auftrag: Mandantendaten dürfen weder versehentlich noch absichtlich auf Wegen wandern, die nicht nachvollziehbar sind. Drei Grundregeln:

  1. Getrennte Netze für Mandantenarbeit, Verwaltung und Gast-WLAN
  2. Ordentliche Dokumentation — bei Mandantenbeschwerden oder Prüfungen müssen Sie nachweisen können, wo Daten technisch gespeichert werden
  3. DATEV, beA, beN ordentlich einbinden — diese Anwendungen haben oft eigene Anforderungen an Netzwerktopologie und Zertifikatsmanagement

Was Kanzleien typisch brauchen

Sachbearbeitungs-Netz

  • DATEV-Anbindung (Buchhaltung, Lohn, Mandantendokumente)
  • beA (Anwaltspostfach, mit eigenem Zertifikat-Handling)
  • Dokumenten-Management-System
  • Drucker und Scanner
  • ggf. zentrale Aktenverwaltung

Hier gilt: hochverfügbar, gut dokumentiert, sauber abgegrenzt.

Mandanten-WLAN im Wartebereich

  • getrennt vom Kanzlei-Netz (eigenes VLAN)
  • mit klarer Datenschutz-Info beim Login (Captive Portal)
  • begrenzte Bandbreite, damit das Sachbearbeitungs-Netz Vorrang hat

Telekommunikation

  • VoIP-Telefonanlagen brauchen Cat-6A/-7 zwischen Telefonen und Verteiler
  • PoE für die Telefone — keine separaten Netzteile
  • ggf. Anbindung an Konferenztechnik in Besprechungsräumen

Backup und Archivierung

  • viele Kanzleien archivieren elektronisch auf NAS oder Tape
  • diese Geräte gehören in eine eigene Netzwerk-Zone, nicht direkt am Arbeitsplatz-Switch

Was wir nicht machen

DATEV-Konfiguration, beA-Setup oder Software-Migration — das macht Ihr IT-Systemhaus oder DATEV selbst. Wir bauen die passive Infrastruktur: Verkabelung, Patchpanels, Netzwerkschränke und sinnvolle Trennung über VLAN-Strukturen.

Typische Projektsituationen

  • Kanzlei-Umzug in neue Räume — komplette Verkabelung, bevor Möbel rein und Software migriert wird
  • Erweiterung um neue Sachbearbeitungs-Plätze — zusätzliche Anschlüsse, Patchpanel-Erweiterung
  • Modernisierung alter Cat-5 — auf Cat-7 hochziehen, mit ordentlicher Doku — meist parallel zur bestehenden Verkabelung, damit der Betrieb läuft
  • WLAN-Aufbau für mobile Arbeitsplätze, mit getrennten Netzen für Sachbearbeiter und Mandanten-WLAN

Wer macht was

WerWas
Data2FiberVerkabelung, Patchpanels, Netzwerkschränke, WLAN-Hardware-Installation, Messung, Dokumentation
Ihr IT-SystemhausDATEV-Konfiguration, Software-Migration, Server-Setup, laufende Wartung
beA-AnbieterZertifikatsmanagement, Anwaltspostfach-Einrichtung
SieEndabnahme, Übergabe an Ihre IT

FAQ

Brauchen wir DATEV-zertifizierte Verkabelung? DATEV stellt keine speziellen Anforderungen an die physische Verkabelung — die Anforderungen liegen auf Server- und Anwendungsebene. Eine ordentliche Cat-6A/-7-Installation mit Messprotokoll erfüllt alle technischen Anforderungen, die DATEV-Anwendungen an das Netzwerk haben.

Was, wenn wir später eine Cloud-Lösung einführen? Cloud-Anwendungen sind oft “billiger im Netzwerk” als On-Premise-Lösungen — weniger interne Server, weniger interner Datenverkehr. Aber: ohne stabile Internet-Anbindung und ordentliche WLAN/LAN-Strukturen wird Cloud-Arbeit zur Geduldsprobe. Wir empfehlen, bei Modernisierung zukunftsoffen zu planen.

Können Sie das nachts oder am Wochenende machen? Ja, gerade in Kanzleien gewünschte Praxis: Umbauten finden außerhalb der Sprechzeiten statt, damit der Mandantenkontakt nicht leidet. Wir planen das ein.

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