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Glasfaser beschädigt — was jetzt zu tun ist

Trockenbauer hat ins Kabel gebohrt, ein Bagger hat die Trasse gerissen, ein Verteiler ist überflutet? Was Sie selbst tun können — und wann ein Spezialist kommen muss.

· Reparatur · LWL · Notfall

Die kurze Antwort

Glasfaser kann fast immer repariert werden — entscheidend ist, was Sie in den ersten Stunden tun. Stromschlag und sichtbare Faser-Enden sind nicht gefährlich (Glasfaser leitet keinen Strom), aber:

  1. Niemand zieht oder biegt am Kabel weiter — das vergrößert oft den Schaden
  2. Fotos machen von Schadstelle, Umfeld und vermuteter Trasse
  3. Verteilerdeckel zu — Schmutz und Feuchtigkeit raushalten
  4. Anrufen, idealerweise mit Kabelbezeichnung und Schadenbeschreibung

Dann kommt jemand mit OTDR und Spleißgerät, lokalisiert die schadhafte Stelle und spleißt neu.

Was im Hintergrund passiert

Eine beschädigte Glasfaserstrecke fällt in eine von vier Kategorien:

1. Kabel komplett durchtrennt

Häufigster Fall — Bohrer, Säge, Bagger. Beide Enden werden freigelegt, dann spleißen wir entweder direkt im Schadbereich (Spleißmuffe) oder verlängern ein Ende ins nächste vorhandene Patchfeld.

2. Faser angeknickt, aber Mantel intakt

Tritt z.B. auf, wenn das Kabel um eine scharfe Kante gezogen wurde. Die Faser ist gebrochen, der Mantel hält das aber unsichtbar zusammen. OTDR zeigt die Stelle in Sekunden — Reparatur wie oben.

3. Spleißmuffe undicht / vollgelaufen

Bei Außentrassen passiert das, wenn die Muffe nicht ordentlich abgedichtet wurde. Die Spleiße werden korrodiert, die Dämpfung steigt. Lösung: Muffe öffnen, Spleiße neu setzen, neu abdichten.

4. Stecker defekt / verschmutzt

Häufigster Inhouse-Fall. Stecker werden ersetzt, die Strecke neu gemessen — oft ist nichts am eigentlichen Kabel falsch.

Was Sie als Auftraggeber tun können

  • Bauleitung informieren, wenn andere Gewerke beteiligt sind
  • Dokumentation der bestehenden Strecke raussuchen (Patchplan, Messprotokoll vom Bau) — das hilft uns enorm bei der Diagnose
  • Foto vom Schaden machen, bevor Sie irgendetwas anfassen
  • Klären, ob Versicherung greift — bei Drittverschulden (Trockenbauer, Bagger-Firma) ist das oft ein Haftpflicht-Thema, das Sie geltend machen wollen

Wie lange dauert die Reparatur typisch?

  • Inhouse, einzelne Faser: 1-3 Stunden inklusive Messung und Dokumentation
  • Inhouse, mehrere Fasern in einer Strecke: 3-6 Stunden
  • Außentrasse mit Spleißmuffe: halber bis ganzer Tag, je nach Zugang
  • Komplette Streckenersetzung: abhängig von Trasse, oft 1-3 Tage

Was es kostet — grob

Eine einzelne Inhouse-Spleißarbeit inklusive Messung liegt typischerweise in einem niedrigen drei- bis vierstelligen Bereich. Bei Außentrassen mit neuer Muffenkonfektion entsprechend mehr. Wir geben Ihnen vor Beginn eine ehrliche Einschätzung — keine offenen Stundenzettel.

FAQ

Können wir das nicht selbst spleißen? Theoretisch ja — praktisch braucht es ein Spleißgerät (typisch 5-15.000 €), ein OTDR (ähnliche Größenordnung) und Übung. Für eine Einzelreparatur lohnt sich das nicht. Für regelmäßige LWL-Arbeit in einem Elektrobetrieb kann es sich rechnen — dann sind wir auch gerne der Trainings-Partner.

Was, wenn nichts mehr zu retten ist? Dann ziehen wir eine neue Strecke. Bei Inhouse-Verkabelung ist das oft sogar einfacher als komplexe Reparatur — vorausgesetzt, der Trassenzugang ist da.

Ist die alte Trasse dokumentiert? Wenn ja: Halbe Miete. Wenn nein: Wir nehmen Bestand auf, dokumentieren und hinterlassen Ihnen einen Patchplan, mit dem zukünftige Probleme schneller lösbar sind.

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