Die kurze Antwort
Im Gewerbe-Umfeld gehört das WLAN auf verkabelte Access Points mit PoE. Mesh-WLAN ist eine Notlösung, wenn keine Verkabelung möglich ist — und das ist im Büro fast nie der Fall.
Drei Gründe, warum verkabelte Access Points besser sind:
- Stabile Bandbreite — jeder AP hat die volle Datenrate seines Cat-6A-Kabels
- Sauberes Roaming — Endgeräte wechseln den AP ohne Verbindungsabbruch
- Niedrige Latenz — wichtig für VoIP, Videokonferenz, Cloud-Anwendungen
Was Mesh-WLAN macht
Mesh-Repeater spannen ein zweites Funknetz zwischen sich auf — meist auf dem gleichen 5-GHz-Kanal, auf dem auch die Clients verbinden. Folge:
- Bandbreite halbiert sich an jedem Mesh-Hop. Drei Repeater hintereinander = ein Achtel der ursprünglichen Datenrate
- Roaming wird unsauber — Endgeräte bleiben am schwächeren Access Point hängen, bis das Signal komplett wegbricht
- Latenz steigt mit jedem Hop um 5-15 ms
- Stabilität sinkt bei voller Last — Videokonferenzen brechen ab, VoIP klingt blechern
In einem Bürogebäude mit 20-50 Mitarbeitern ist das spätestens beim ersten Cloud-basierten Tagesgeschäft ein Problem.
Was verkabelte Access Points machen
Jeder AP hängt mit einem Cat-6A-Kabel am PoE-Switch. Datenverkehr läuft über das Kabel zum Switch und von dort weiter ins Netz — nicht über Funk zwischen APs. Folge:
- Volle Bandbreite an jedem AP
- Schnelles Roaming — Clients wechseln den AP in unter 50 ms
- Niedrige Latenz überall im Gebäude
- Skalierbar — neuer AP = neue Dose, neues Patchkabel, fertig
Wann Mesh trotzdem die Antwort ist
Es gibt zwei realistische Szenarien:
- Bestandsgebäude ohne Schächte — wenn Verkabelung baulich nicht möglich ist und der Aufwand für sichtbare Kabelkanäle in keinem Verhältnis steht
- Außenbereiche — Hofflächen, Lagerhallen mit großer Distanz und ohne Stromversorgung in der Mitte
Beide Fälle sind im normalen Bürobetrieb selten. Im Bestandsgebäude lassen sich oft vorhandene Schächte oder Kanäle nutzen, in Hallen kommt man mit PoE++-Switches auch über Distanzen, die Mesh-Setups locker schlagen.
UniFi oder TP-Link Omada?
Beide Systeme funktionieren gut. UniFi ist im Profi-Bereich verbreiteter, hat eine breitere Hardware-Palette und besseres Cloud-Management. TP-Link Omada ist oft günstiger bei vergleichbarer Funktion, hat einen lokalen Controller und reicht für kleinere bis mittlere Setups vollkommen aus.
Bei Bestandskunden bauen wir oft das, was schon da ist, weiter aus. Bei Neuinstallationen empfehlen wir je nach Anforderung und Budget — beide Systeme können wir betreuen.
FAQ
Wie viele Access Points brauche ich? Faustregel: ein AP pro 100-150 m² in offenen Bürobereichen. Bei vielen Trennwänden oder dicken Wänden dichter. Eine WLAN-Ausleuchtung vor der Installation zeigt das genau.
Kann ich die alten Mesh-Repeater weiter verwenden? Theoretisch ja, praktisch selten sinnvoll. Sobald verkabelte APs verfügbar sind, übernimmt das System die — der Mesh-Repeater wäre dann ein zusätzlicher Stromverbraucher ohne Funktion.
Was kostet ein verkabelter AP gegenüber Mesh-Repeater? Hardware ähnlich. Die Installation (Cat-6A-Dose plus Patchkabel zum Switch) ist Mehraufwand — der sich aber durch die deutlich bessere WLAN-Qualität amortisiert.